Wo ist eigentlich das ganze Geld? Die systemische Blindheit unserer Medien

Wo ist eigentlich das ganze Geld? Die systemische Blindheit unserer Medien

Es ist das Dauerthema in Talkshows, Podcasts und politischen Debatten: Uns fehlt das Geld. Die Pflege ist chronisch unterfinanziert, die Renten wackeln, Schulen bröckeln und Brücken müssen gesperrt werden. Uns wird eingebläut, dass wir den Gürtel enger schnallen müssen. Doch stimmt das überhaupt?

Wenn man etablierten Medienformaten – wie jüngst wieder in einem bekannten Radio-Podcast – lauscht, könnte man meinen, wir lebten in kollektiver Armut. Doch wer so berichtet, blendet die wichtigste Frage unserer Zeit konsequent aus: Die Eigentumsfrage.

Es ist nämlich genug Geld da. Es haben nur die Falschen.

Der unvorstellbare Reichtum: Ein Blick auf die Zahlen (2025)

Während das System auf Verschleiß gefahren wird, erleben wir am ganz oberen Ende der Vermögensskala eine Party, die jegliche Verhältnismäßigkeit sprengt. Werfen wir einen Blick auf die nackten Zahlen des Jahres 2025 in Deutschland:

  • Der 9-Billionen-Euro-Schatz: Rund 1,8 Millionen Millionäre und Milliardäre in Deutschland besitzen zusammen ca. 9 Billionen Euro.
  • Der 10-Prozent-Sprung: Allein im Jahr 2025 haben diese Personen ihr Vermögen um sagenhafte 10 Prozent vergrößert. Das ist ein Zuwachs von rund 900 Milliarden Euro – in nur einem einzigen Jahr!
  • Milliardärs-Boom im Rekordtempo: Die Zahl der Milliardäre in Deutschland stieg 2025 von 130 auf 172. Diese Gruppe hat ca. 170 Milliarden Euro hinzu „verdient“ – im Schnitt eine Milliarde pro Kopf. Damit ging rund 80 Prozent des gesamten Milliardärs-Vermögenszuwachses in ganz Europa allein nach Deutschland.

Um das mal in Relation zu setzen: Nur der Zuwachs dieser Vermögen im Jahr 2025 entspricht der Größenordnung eines doppelten Bundeshaushalts.

Die Nebelkerzen der Debatte

In den Medien wird stattdessen lieber über „Sondervermögen“ des Staates (die in Wahrheit neue Schulden sind, oft geliehen bei genau diesen Superreichen) in Höhe von 500 Milliarden Euro debattiert. Klingt viel, ist aber im Vergleich zu den privaten Vermögenszuwächsen – über mehrere Jahre verteilt – fast schon ein Taschengeld.

Warum schützt die neoliberale Politik diese Extremreichen vor einer gerechten Besteuerung? Und warum hinterfragen Journalisten das so selten?

„Es ist genug Geld da, es haben nur die Falschen.“ — Heiner Geißler (in Altersweisheit)

Die Lösung wäre so einfach

Würde man die Eigentumsfrage endlich radikal und ehrlich stellen, wären unsere gesellschaftlichen Probleme quasi über Nacht gelöst:

  1. Vermögensrendite abschöpfen: Würde man den Millionären allein diese jährliche Vermögensrendite konsequent über Steuern wegnehmen, wären alle Baustellen – ob Pflege, Rente, Krankenhäuser, Brücken oder (Hoch)schulen – für alle Zeiten voll finanzierbar. Die Stundentenberge müssten nicht mehr finanziell untertunnelt werden.
  2. Beitragsbemessungsgrenze abschaffen: Wenn auch die Superreichen auf ihr volles Einkommen Sozialbeiträge zahlen müssten, wäre die Rente im Sinne Norbert Blüms wieder genau das, was sie sein sollte: bombensicher.

Fazit: Zeit, das Schweigen zu brechen

Es ist enttäuschend, wenn selbst gut informierte Journalisten diese eklatante Schieflage in ihren Analysen zur Pflege- und Sozialfinanzierung mit keinem Wort erwähnen. Es wird Zeit, dass wir aufhören, über Mangel zu diskutieren, wenn in Wahrheit ein Überfluss existiert, der lediglich falsch verteilt ist. Schreiben Sie E-Mails an Journalisten, die das in ihren Talkshows und Podcasts ausblenden und neoliberale Propaganda verbreiten.

Was meint ihr? Warum tun sich Medien und Politik so schwer damit, den Reichtum der Extremreichen anzutasten? Diskutiert in den Kommentaren!

Geldberge und Schuldensümpfe
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